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Auracast einfach erklärt: Funktion, Vorteile, Geräte und Anwendung

Auracast einfach erklärt: Funktion, Vorteile, Geräte und Anwendung

Auracast ist ein Bluetooth-Standard, mit dem ein Sender Audio an beliebig viele Kopfhörer, Hörgeräte oder Lautsprecher gleichzeitig überträgt. Am Flughafen, im Fitnessstudio, in der Kirche oder im Wohnzimmer: Wer in Reichweite ist und ein kompatibles Gerät hat, hört mit. Hier erfahren Sie, wie das funktioniert, welche Geräte mitmachen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Was ist Auracast? (Kurzdefinition)

Auracast ist die Markenbezeichnung der Bluetooth SIG für Broadcast-Audio über Bluetooth LE Audio. Ein Sender (Broadcaster) strahlt einen Audiostream aus, und beliebig viele Empfänger (Sinks) können ihn ohne vorherige Kopplung empfangen.

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Ein Sender, viele Empfänger: Die Zahl der Zuhörer ist nicht durch Pairing-Verbindungen begrenzt.
  • Kein klassisches Koppeln: Man wählt den Stream aus einer Liste aus, ähnlich wie ein WLAN.
  • Optionaler Passwortschutz: Private Streams lassen sich per Broadcast-Code absichern.
  • Basis ist Bluetooth LE Audio: Es nutzt den Codec LC3 und ist deshalb energiesparend.
  • Breites Anwendungsfeld: Öffentliche Räume, Barrierefreiheit, Heimkino, Konferenzen.

Sie stoßen im Netz auch auf die Schreibweise „aura cast”. Gemeint ist dieselbe Technik. Der offizielle Name ist Auracast in einem Wort.

Was ist ein Auracast Broadcast und wie funktioniert er?

Wer nach „what is auracast broadcast” sucht, will meist wissen, was technisch passiert. Die Antwort ist überschaubar.

Bei klassischem Bluetooth (A2DP) besteht eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Ihr Smartphone spricht mit genau einem Kopfhörer. Auracast funktioniert anders: Der Sender veröffentlicht einen Stream samt Namen und Metadaten. Er sendet dabei einfach los und muss nicht wissen, wer zuhört. Empfänger scannen die Umgebung, zeigen verfügbare Streams an und schalten sich auf den gewünschten auf.

Technisch stecken dahinter sogenannte Broadcast Isochronous Streams (BIS), die mit Bluetooth 5.2 eingeführt wurden. Die Audiodaten werden mit dem LC3-Codec komprimiert. LC3 liefert bei niedrigeren Datenraten eine vergleichbare oder bessere Klangqualität als der alte SBC-Codec und spart Energie. Die Latenz lässt sich je nach Einstellung sehr niedrig halten. Das ist wichtig, damit Ton und Bild bei Fernsehern oder Vorträgen zusammenpassen.

Es gibt drei typische Rollen:

  1. Broadcaster: Das Gerät, das den Stream aussendet, etwa ein Fernseher, ein Mischpult mit Auracast-Transmitter oder ein Smartphone.
  2. Assistant: Ein Gerät wie ein Smartphone, das Streams sucht und einem Hörgerät oder Kopfhörer zuweist.
  3. Receiver: Der Kopfhörer, das Hörgerät oder der Lautsprecher, der den Ton wiedergibt.

Dass der Sender nicht jeden Zuhörer einzeln bedienen muss, ist der eigentliche Fortschritt. Ob zehn oder tausend Personen zuhören, belastet den Sender nicht zusätzlich.

Die Vorteile von Auracast im Alltag

Mehrere Zuhörer, ein Signal

Zwei Personen wollen denselben Film hören? Früher brauchte man einen Splitter oder einen Sender mit zwei Ausgängen. Mit Auracast verbinden sich beide Kopfhörer mit dem Stream, und es können noch mehr dazukommen.

Bessere Barrierefreiheit

Hier liegt der größte gesellschaftliche Nutzen. Menschen mit Hörminderung können den Ton direkt auf Hörgeräte oder Cochlea-Implantate bekommen, sofern diese Auracast unterstützen. Das ergänzt oder ersetzt in Zukunft Induktionsschleifen, die oft störanfällig sind und nicht überall funktionieren.

Ruhe in lauten Umgebungen

In Bars, Fitnessstudios oder Wartebereichen läuft der Fernseher stumm, und Gäste hören den Ton bei Bedarf selbst zu. Niemand wird durch Lautsprecher gestört.

Privatsphäre durch Verschlüsselung

Ein Stream kann mit einem Code geschützt werden. Nur wer den Code kennt, hört zu. Das ist zum Beispiel für Firmenkonferenzen oder Familienstreams sinnvoll.

Energieeffizienz

Weil LE Audio sparsam arbeitet, halten Ohrhörer und Hörgeräte länger durch. Bei Hörgeräten mit kleinen Akkus ist das ein echter Vorteil.

Auracast Geräte: Was wird unterstützt?

Die Geräte-Landschaft wächst, ist aber noch uneinheitlich. Damit Auracast funktioniert, müssen Sender und Empfänger die Funktion unterstützen. Bluetooth 5.2 oder neuer allein reicht nicht. Hersteller müssen Auracast ausdrücklich per Software oder Firmware freischalten.

Smartphones: Android bietet seit Version 15 native Unterstützung für Auracast, sofern Hardware und Hersteller-Software mitspielen. Auch Samsung hat mit seiner One-UI-Oberfläche eine eigene Umsetzung. Zum Stand bei Apple-Geräten sollten Sie die aktuelle Herstellerdokumentation prüfen, weil sich das ändern kann.

Kopfhörer und Ohrhörer: Verschiedene aktuelle Modelle von Samsung, Sony, Google und weiteren Herstellern unterstützen Auracast oder haben es per Update erhalten. Achten Sie in den technischen Daten explizit auf „Auracast” und nicht nur auf „LE Audio”.

Fernseher, Soundbars, Lautsprecher: Immer mehr neue Modelle bringen Auracast-Sender mit. Einige Lautsprecher können außerdem als Empfänger dienen, um mehrere Boxen zu synchronisieren.

Hörgeräte: Große Hersteller haben Auracast-fähige Modelle vorgestellt oder angekündigt. Fragen Sie Ihren Hörakustiker, welches Modell für Ihre Anforderungen geeignet ist.

Transmitter: Für Geräte ohne eigenen Auracast-Sender gibt es Adapter, die per Klinke, optischem Kabel, USB oder Dante das Audiosignal aufnehmen und per Auracast senden.

Auracast für das Samsung Galaxy S22: Geht das?

Viele Nutzer suchen gezielt nach „Auracast für S22″. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Softwareversion an. Das Galaxy S22 hat Hardware, die Bluetooth 5.2 beherrscht. Ob die Auracast-Funktion nutzbar ist, entscheidet aber Samsungs Software, nicht allein der Chip.

So prüfen Sie es selbst:

  1. Aktualisieren Sie Ihr Gerät auf die neueste One-UI-Version (Einstellungen → Softwareupdate).
  2. Öffnen Sie Einstellungen → Verbindungen → Bluetooth und suchen Sie nach Menüpunkten wie „Audio teilen” oder „Auracast”.
  3. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Kopfhörer Auracast unterstützen. Ohne kompatiblen Empfänger bringt die Funktion am Handy nichts.

Finden Sie die Funktion nicht, ist sie für Ihr Modell möglicherweise nicht freigeschaltet. Die aktuelle Liste der unterstützten Geräte finden Sie auf der Samsung-Supportseite. Ältere Berichte im Netz sind hier nur begrenzt zuverlässig, denn Freischaltungen erfolgen per Update.

Auracast Transmitter für die Kirche

Kirchen sind ein idealer Einsatzort. Sie haben schwierige Akustik, viele ältere Gäste und oft Zuhörer mit Hörminderung. Ein Auracast-Transmitter für die Kirche nimmt das Signal von der Mikrofonanlage auf und sendet den Ton an Hörgeräte und Kopfhörer.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Lösungen:

  • Die Verständlichkeit steigt, weil der Ton direkt am Ohr ankommt und nicht durch Hall verfälscht wird.
  • Besucher nutzen ihre eigenen Geräte und müssen keine Leihempfänger abholen und zurückgeben.
  • Zusätzliche Streams sind möglich, etwa eine Übersetzung in eine andere Sprache.
  • Die Installation ist meist unkomplizierter als eine Induktionsschleife, für die Kabel verlegt werden müssen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • Eingänge: Passen analoge (XLR/Klinke), digitale oder Netzwerkeingänge zu Ihrer Anlage?
  • Reichweite: Hersteller nennen unterschiedliche Werte. Bei großen Kirchenschiffen sind mehrere Sender sinnvoll.
  • Mehrere Streams: Planen Sie eine Übersetzung? Dann muss der Transmitter mehrere Kanäle bieten.
  • Beschilderung: Ein Hinweis am Eingang erklärt Besuchern, wie sie sich verbinden.
  • Verfügbarkeit von Empfängern: Fragen Sie in der Gemeinde, wie viele Besucher bereits kompatible Geräte besitzen. Viele ältere Hörgeräte unterstützen Auracast noch nicht, deshalb kann ein Parallelbetrieb mit einer Induktionsschleife sinnvoll bleiben.

Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb für Veranstaltungstechnik beraten und testen Sie die Lösung vor dem Kauf im Raum.

Auracast App: Gibt es eine zentrale App?

Suchen Sie nach einer „Auracast App”, stellen Sie schnell fest, dass es keine einzelne offizielle App für alles gibt. Meistens funktioniert die Auswahl direkt in den Bluetooth-Einstellungen des Smartphones. Dort scannen Sie nach Streams und tippen den gewünschten an.

Einige Hersteller von Kopfhörern und Hörgeräten bieten eigene Begleit-Apps, in denen Sie Streams auswählen oder verwalten. Auch in Stores gibt es Scanner-Apps von Drittanbietern. Prüfen Sie dort Bewertungen, Berechtigungen und den Anbieter, bevor Sie etwas installieren.

Schritt für Schritt: So nutzen Sie Auracast

Ablauf in der Praxis (die Menünamen variieren je nach Gerät):

  1. Stellen Sie sicher, dass Ihr Smartphone und Ihr Kopfhörer Auracast unterstützen und auf dem neuesten Softwarestand sind.
  2. Aktivieren Sie Bluetooth.
  3. Öffnen Sie die Auracast- oder Audio-teilen-Funktion in den Einstellungen.
  4. Wählen Sie aus der Liste den gewünschten Stream.
  5. Geben Sie bei Bedarf den Broadcast-Code ein oder scannen Sie den QR-Code des Anbieters.
  6. Regeln Sie die Lautstärke am Kopfhörer.

Auracast im Vergleich zu klassischem Bluetooth und Hörschleife

Merkmal Klassisches Bluetooth Auracast Induktionsschleife
Empfänger 1 (Punkt-zu-Punkt) Beliebig viele Beliebig viele
Kopplung nötig Ja Nein Nein
Braucht Verkabelung im Raum Nein Nein Ja
Verschlüsselung Ja Optional Nein
Mehrere Kanäle Nein Ja Meist nein
Empfängerbasis heute Sehr groß Wächst Etabliert bei Hörgeräten

Häufige Fragen zu Auracast (FAQ)

Was ist Auracast in einfachen Worten?

Auracast ist eine Bluetooth-Funktion, mit der ein Gerät Audio an viele Zuhörer gleichzeitig sendet. Ähnlich wie beim Radio wählt jeder den Sender, den er hören will.

Brauche ich für Auracast neue Kopfhörer?

In den meisten Fällen ja. Ihr Kopfhörer muss Bluetooth LE Audio und die Auracast-Funktion unterstützen. Manche Modelle erhalten sie per Firmware-Update. Prüfen Sie beim Hersteller, ob Ihr Gerät dazugehört.

Ist Auracast sicher?

Öffentliche Streams sind für alle in Reichweite zugänglich. Private Streams lassen sich mit einem Broadcast-Code verschlüsseln. Für vertrauliche Inhalte sollten Sie diese Option aktivieren.

Wie weit reicht Auracast?

Die Reichweite hängt von Sender, Umgebung und Sendeleistung ab. In Gebäuden sind oft einige Meter bis einige Dutzend Meter üblich. Große Räume erfordern gegebenenfalls mehrere Sender.

Funktioniert Auracast mit Hörgeräten?

Ja, sofern das Hörgerät Auracast unterstützt. Ältere Modelle sind meist nicht kompatibel. Ihr Hörakustiker kann Ihnen sagen, was mit Ihrem Gerät möglich ist.

Kann ich Auracast mit meinem Galaxy S22 nutzen?

Das hängt von der installierten Software ab. Prüfen Sie nach einem Update die Bluetooth-Einstellungen auf Menüpunkte wie „Audio teilen”. Verbindliche Informationen liefert der Samsung-Support.

Ersetzt Auracast die Induktionsschleife?

Nicht sofort. Auracast bietet viele Vorteile, aber die Zahl kompatibler Hörgeräte wächst erst nach und nach. In vielen Einrichtungen laufen beide Systeme zunächst parallel.

Fazit

Auracast macht Bluetooth-Audio zu einem Gemeinschaftserlebnis. Ein Sender bedient beliebig viele Zuhörer, ohne Pairing und mit optionalem Passwortschutz. Besonders profitieren Menschen mit Hörminderung, aber auch Fitnessstudios, Kirchen, Flughäfen und Heimkinos. Noch hängt die Praxis stark davon ab, ob Ihre Geräte die Funktion tatsächlich anbieten. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf die Herstellerangaben, und testen Sie bei größeren Installationen wie einer Kirche zuerst im echten Raum.

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